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B197 oder Schaltwagen: welcher Weg zum Führerschein passt?

Für den Führerschein Klasse B gibt es drei Wege: Ausbildung und Prüfung auf dem Schaltwagen, reine Automatik mit Beschränkung oder B197, also Prüfung auf Automatik mit Berechtigung für Schaltwagen. B197 setzt mindestens 10 Fahrstunden à 45 Minuten auf einem Schaltwagen und eine mindestens 15-minütige Testfahrt voraus (§ 5a FahrschAusbO, § 17a FeV). Die Ferienfahrschule Ilsemann in Göttingen bildet seit Einführung der Regel am 1. April 2021 auch nach B197 aus.

Dieser Ratgeber vergleicht die drei Wege und hilft Ihnen bei der Entscheidung.

Elektro-Fahrschulwagen der Ferienfahrschule Ilsemann auf dem Parkplatz

Die drei Wege im Vergleich

SchaltwagenReine AutomatikB197
Ausbildungauf Schaltwagenauf Automatikauf Automatik, plus mindestens 10 Stunden Schaltwagen
Praktische PrüfungSchaltwagenAutomatikAutomatik
Danach erlaubtSchalt- und Automatikwagennur AutomatikSchalt- und Automatikwagen
Zusätzliche Testfahrtneinneinmindestens 15 Minuten bei der Fahrschule
Gebühr Stadt Göttingen45,90 Euro45,90 Euro45,90 Euro plus 28,60 Euro
Rechtsgrundlage§ 17a Abs. 1 FeV§ 17a Abs. 3 und 4 FeV, § 5a FahrschAusbO

Gebühren laut goettingen.de, abgerufen 3. Oktober 2026, für Antragsteller mit Hauptwohnsitz in der Stadt Göttingen.

Warum Automatik den Einstieg leichter macht

Beim Automatikfahrzeug entfallen Kupplung und Gangwechsel. Wer mit der Ausbildung auf Automatik beginnt, kann sich deshalb früher auf das konzentrieren, was im Straßenverkehr wirklich zählt: Verkehrsbeobachtung, Fahrzeugpositionierung, Geschwindigkeitswahl und Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern. Viele Fahrschülerinnen und Fahrschüler erleben die Ausbildung so als weniger stressig.

Auch in der Prüfung kann das helfen. Ein abgewürgter Motor an der Ampel oder ein falscher Gang am Berg fallen weg, und Sie können Ihre Aufmerksamkeit ganz auf den Verkehr richten.

Was für den Schaltwagen spricht

Wer auf dem Schaltwagen lernt und prüft, hat die volle Berechtigung ohne Zusatzschritte. Das ist sinnvoll, wenn Sie:

  • später überwiegend ältere Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit Schaltgetriebe fahren werden
  • bald weitere Klassen wie BE, C oder CE erwerben möchten und dort auf einem Schaltwagen prüfen wollen
  • gut mit Kupplung und Schalten zurechtkommen

Bei Erweiterungen gilt: Wer eine weitere Klasse auf Automatik prüft und die Klasse B nicht auf einem Schaltwagen erworben hat, kann für die neue Klasse eine Automatik-Beschränkung bekommen (§ 17a Abs. 1 FeV). Wer das plant, sollte die Fahrzeugwahl frühzeitig mit der Fahrschule abstimmen.

So läuft B197 bei der Ferienfahrschule Ilsemann

  1. Grundausbildung auf Automatik. Sie lernen Fahrzeugbedienung und Verkehr ohne Schaltaufwand.
  2. Schaltblock. Danach folgen mindestens 10 Fahrstunden à 45 Minuten auf einem Schaltwagen (§ 5a Abs. 1 FahrschAusbO).
  3. Testfahrt. Mindestens 15 Minuten innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften, abgenommen von einem Fahrlehrer (§ 5a Abs. 3 FahrschAusbO).
  4. Weiter auf Automatik. Sonderfahrten und praktische Prüfung absolvieren Sie wieder auf dem Automatikfahrzeug.
  5. Bescheinigung und Eintrag. Die Fahrschule bescheinigt die Schaltausbildung, die Schlüsselzahl 197 wird eingetragen, und zwar binnen eines Jahres nach Abschluss der Ausbildung (§ 17a Abs. 4 FeV).

Den gesetzlichen Pflichtumfang der Klasse B, also 14 Doppelstunden Theorie und 12 Sonderfahrten, absolvieren Sie wie alle anderen. Mehr unter B197 Automatik.

Kostet B197 mehr?

Auf der Behördenseite ja: Die Stadt Göttingen berechnet 28,60 Euro Zuschlag. In der Fahrschule hängt es vom Einzelfall ab. Die 10 Schaltstunden werden in die Ausbildung integriert. Wer auf Automatik schneller vorankommt, braucht unter Umständen insgesamt nicht mehr Fahrstunden als auf dem Schaltwagen. Eine verlässliche Aussage für Ihren Fall können wir erst nach einigen Fahrstunden treffen. Welche Posten insgesamt anfallen, erklärt die Seite Kosten.

Schon Automatik-Beschränkung im Führerschein?

Wer die Klasse B bereits mit Automatik-Beschränkung besitzt, hat zwei Wege, sie loszuwerden:

  • Schulung nach § 5a FahrschAusbO: mindestens 10 Fahrstunden auf dem Schaltwagen und die 15-minütige Testfahrt. Die Vorschrift gilt ausdrücklich auch für Inhaber der beschränkten Fahrerlaubnis.
  • Praktische Prüfung auf dem Schaltwagen beim Prüfer, danach wird die Beschränkung aufgehoben (§ 17a Abs. 2 FeV).

Welcher Weg für Sie günstiger ist, besprechen wir gern mit Ihnen.

Drei verbreitete Irrtümer

„Mit B197 bin ich auf Automatik beschränkt.“ Nein. Genau das verhindert die Schlüsselzahl 197. Beschränkt ist nur, wer auf Automatik prüft und die Schaltausbildung nicht nachweist (§ 17a Abs. 1 FeV).

„Die Schaltstunden muss ich beim TÜV vorfahren.“ Nein. Die 15-minütige Testfahrt nimmt ein Fahrlehrer der Fahrschule ab (§ 5a Abs. 3 FahrschAusbO). Die praktische Prüfung beim TÜV NORD findet auf dem Automatikfahrzeug statt.

„B197 gilt auch für Motorräder.“ Nein. B197 betrifft nur die Klasse B. Bei Motorrädern gilt eine eigene Abgrenzung: Als Schaltgetriebe zählt dort ein von Hand zu bedienender Kupplungshebel (§ 17a Abs. 5 FeV).

Unsere Empfehlung

Wenn Sie sich unsicher sind, beginnen Sie mit ein paar Fahrstunden und entscheiden dann. Wer mit dem Schalten gut klarkommt, bleibt beim Schaltwagen. Wer merkt, dass Kupplung und Gänge viel Aufmerksamkeit binden, wechselt zu B197 und behält trotzdem die volle Berechtigung. Für Studierende, die vor allem Carsharing oder Elektroautos fahren, ist B197 oft die naheliegende Wahl, siehe Führerschein für Studierende.

Auch das Elektroauto spielt eine Rolle: Elektrofahrzeuge haben in der Regel kein Schaltgetriebe. Wer schon weiß, dass im eigenen Haushalt oder im Betrieb vor allem elektrisch gefahren wird, profitiert besonders von der Ausbildung auf Automatik. Mit B197 bleibt trotzdem die Freiheit, sich später ein älteres Auto mit Schaltung zu leihen oder zu kaufen. Diese Kombination aus einfacher Ausbildung und voller Berechtigung ist der Grund, warum wir B197 seit der Einführung der Regel anbieten.

B197 ist bei uns auch im Intensivkurs möglich. Eine persönliche Empfehlung geben wir Ihnen gern in der Fahrschule oder nach einer Anfrage über das Kontaktformular.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen B197 und reiner Automatik?

Mit reiner Automatik ist die Fahrerlaubnis auf Automatikfahrzeuge beschränkt. Mit B197 dürfen Sie trotz Prüfung auf Automatik auch Schaltwagen fahren.

Wie viele Schaltstunden brauche ich für B197?

Für B197 brauchen Sie mindestens 10 Fahrstunden à 45 Minuten auf einem Schaltwagen und eine Testfahrt von mindestens 15 Minuten (§ 5a FahrschAusbO).

Ist die Prüfung auf Automatik leichter?

Die Anforderungen an das Fahren im Verkehr sind dieselben. Weil Kupplung und Gangwechsel wegfallen, können Sie sich aber stärker auf den Verkehr konzentrieren.

Wie lange habe ich Zeit, B197 eintragen zu lassen?

Für die Eintragung von B197 haben Sie ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung Zeit (§ 17a Abs. 4 FeV).

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Fragen zu Ausbildung, Terminen und Anmeldung beantworten wir gern persönlich.

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